Künstlerbücher

Schüler*innen der EF untersuchen das Spannungsfeld zwischen Bildender Kunst und dem Medium Buch. Ausgangspunkt konnte ein reales Buch sein, musste aber nicht. Falls ja, beginnt bereits mit der Auswahl der Produktionsprozess: Ist es ein Buch aus dem eigenen Besitz? Eins aus der Kindheit? Das man liebt? Das man hasst? Oder stellt man ein eigenes Buch her? Ist es bloß etwas „buchhaftes“, das dabei entsteht? Und was daran ist „buchhaft“?? … Es konnte eine persönliche, von einer Idee oder einem Gefühl getragene Untersuchung sein ebensogut wie eine eher formal-gestalterische!
Es entstand auf diese Weise eine große Bandbreite ganz unterschiedlicher Zugriffe auf das Thema: einige sehen ab vom Text, der darin transportiert wird und erzeugen durch Falten, Knicken und Auffächern spannende Formen, so bei Melissa Zechel oder Lars Stötzel. Lesen als (lustbetonte!) Tätigkeit und Erfahrung bildete den Anlass für manche Transformationen, in denen entweder der Ort (das Lesesofa von Svenja Boos oder der Bücherschrank von Marco Born) oder das Ereignis – Phantasiereise, Verwandlung und das „Abtauchen“ – des Lesens eine Rolle spielen: Das Buch wird Blume (Swenja Vollpracht), Landschaft (Cecile Bourgoignie), Brücke (Nele Wagener) oder Vogelschwarm (Gizem Dursun). Bücher werden (stark vereinfacht) aus Bäumen gemacht, und diese Beziehung wird poetisch ins Bild gesetzt und überhöht: Sarah Nuhn pflanzt in ihr Buch einen lebendigen Ahorn, Lisa Tersteegen schneidet in die Seiten die Silhouetten eines undurchdringlichen Urwalds. Und dass das Buch auch ein Medium (politischer) Vernunft sein kann, reflektieren Arbeiten wie die von Tino Auffenberg („free your mind“) oder von Marlon Pfeiffer, der das Buch des Bücherverbrenners Hitler seinerseits verbrennt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert